Dante Alighieri: Lebensdaten

Zu Dantes Lebenslauf sind fast keine gesicherten Daten überliefert. Nahezu alles, was über das Leben des Dichters bekannt ist, beruht auf Angaben oder Andeutungen, die Dante selbst in seinen Werken macht.

 

1265 Dante ist vermutlich im Mai oder Juni 1265 in der Pfarrei S. Martino del Vescovo in Florenz geboren. Eltern: Alighiero di Bellincione (gehört zum niederen, guelfisch gesinnter Stadtadel) und Bella (verstirbt früh), Stiefmutter: Lapa di Chiarissimo Cialuffi (übernimmt Dantes Erziehung).

 

um 1285 Einige Zeit nach dem Tod des Vaters (1281 oder 82) heiratet Dante Gemma, eine Tochter der mächtigen Familie Donati. Aus der Ehe gehen 4 Kinder hervor (Giovanni, Pietro, Jacopo, Antonia).

 

Dantes Ausbildung beginnt vermutlich mit dem Unterricht bei einem Privatlehrer in Florenz. Möglicherweise war Brunetto Latini (ca. 1220-1294) einer seiner Lehrer.

 

1287 Eventuell hat er anschließend in Bologna studiert. Dort knüpft er auch erste Beziehungen zu den Dichtern des "neuen Stils" wie Guido Guinizelli, Cino da Pistoia und Guido Cavalcanti; mit diesem wird ihn eine enge Freundschaft verbinden.

 

1289 Als Berittener nimmt Dante an der Schlacht von Campaldino gegen Arezzo und die toskanischen Ghibellinen teil, die Florenz den Sieg und der ghibellinischen Partei den Untergang beschert.

 

1292/93 Dante schreibt die Vita Nuova. Sie kreist um eine Frau namens Beatrice, der er zum erstenmal 1274 und ein zweites Mal 1283 begegnet sein will. Ob sie mit der Tochter des angesehenen Bürgers Folco Portinari identisch ist, bleibt umstritten.

 

1295 Dante beginnt, aktiv am politischen Leben seiner Vaterstadt teilzunehmen. Aufgrund seiner philosophischen Studien kann er der Zunft der Ärzte und Apotheker beitreten und verschiedene Ämter übernehmen.

 

Allerdings gerät er dadurch in die Auseinandersetzungen zwischen den "Bianchi" (weiße Guelfen im Umkreis der Familie der Cerchi) und den "Neri" (schwarze Guelfen im Umkreis der Familie der Donati), die Papst Bonifaz VIII. zur Vergrößerung und Ausdehnung seiner Herrschaft auf Florenz auszunutzen versucht. Obwohl Dante durch die Familie seiner Frau den "Neri" nähersteht, schließt er sich den papstfeindlichen "Bianchi" an.

 

1301 Dante reist als Mitglied einer Gesandschaft nach Rom zu Papst Bonifaz VIII. Während Dantes Abwesenheit fällt Florenz in die Hände der "Neri".

 

1302 Dante, staatsfeindlicher Umtriebe bezichtigt, wird für zwei Jahre aus Florenz verbannt, sämtlichen Ämtern enthoben und zu einer Geldbuße verurteilt. Als er das Urteil nicht anerkennt, wird er zum Tode verurteilt.

 

Es beginnt die Zeit eines langen Exils, in der er sich von den mit ihm verbannten "Bianchi" trennt und alleine umherzieht. In dieser Zeit war er oft auf die Gunst mächtiger Gönner angewiesen.

 

1303 – 1307 Dante findet vermutlich zunächst Zuflucht bei Bartolomeo della Scala in Verona; danach bei den Markgrafen Malaspina in der Lunigiana.

 

In diesen ersten Jahren des Exils entstehen die Schriften De vulgari eloquentia und Convivio. Beide Schriften bleiben unvollendet; gleichzeitig beginnt die Arbeit am ersten Teil der Divina Commedia, dem Inferno.

 

1307/08 Dante ist Gast der Grafen Guidi im Casentino, danach hält er sich vermutlich in Lucca auf.

 

1310 Italienfeldzug des Kaisers Heinrich VII. Dante hofft auf ein Ende der italienischen Zwistigkeiten.

 

1311 Aus einer für die "Bianchi" erlassenen Amnestie wir Dante ausgeschlossen.

 

1313 Der Tod Heinrichs VII. zerstört Dantes gesamte Hoffnungen auf das Ende der italienischen Zwistigkeiten.

 

Zur Zeit von Heinrichs Italienfeldzug verfasst Dante vermutlich die Monarchia.

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1315 Dante weist eine angebotene Begnadigung zurück, der eine erneute Verurteilung folgt (die auch seine Söhne miteinbezieht).

 

1316 Dante begibt sich wieder auf Wanderschaft ins Exil. Laut Boccaccio findet Dante eine dauerhafte Zuflucht bei Guido Novello da Polenta in Ravenna. Um diese Zeit beginnt wahrscheinlich die Arbeit am dritten Teil der Commedia, dem Paradiso.

 

1319 Die ersten beiden Teile der Divina CommediaInferno und Purgatorio sind als Abschriften bereits in Umlauf. Dantes Ansehen wächst.

 

In einem Briefwechsel mit Dante lädt Giovanni del Virgilio, Professor für Rhetorik in Bologna, Dante mehrfach ein, nach Bologna überzusiedeln, aber Dante traut den dort herrschenden "Neri" nicht.

 

1320 Dante reist nach Verona, um zur Entscheidung einer geographischen Streitfrage eine Abhandlung vorzulegen (Questio de aqua et terra).

 

1321 Von einer Venedig-Reise kehrt Dante krank zurück und stirbt am 14. September in Ravenna, kurz nach der Vollendung der Divina Commedia. Dante wird in der Kirche San Pier Maggiore zu Ravenna beigesetzt.

 

 

Dante Alighieri (1265-1321)

Einführende Literatur

Zu Dantes Werk und Leben (eine Auswahl neuerer deutschsprachiger Darstellungen):

Bernhard König: "Dantes 'La Divina Commedia'". In: Pim den Boer, Heinz Duchhardt, Georg Kreis, Wolfgang Schmale (Hg.): Europäische Erinnerungsorte 2. Das Haus Europa. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2012, S. 201-209.

Buck, August (Hrsg.): Dantes Commedia und die Dante-Rezeption des 14. und 15. Jahrhunderts, Heidelberg: Winter 1987 (Grundriß der romanischen Literaturen des Mittelalters; X, 1).

Elwert, W. Th.: Die italienische Literatur des Mittelalters. Dante, Petrarca, Boccaccio, München: Francke 1980 (UTB; 1035).

Hardt, Manfred: Geschichte der italienischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Düsseldorf/Zürich: Artemis&Winkler 1996.

Kapp, Volker (Hrsg.): Italienische Literaturgeschichte, 2. Aufl. Stuttgart/Weimar: Metzler 1994.

Petronio, Giuseppe: Geschichte der italienischen Literatur. Bd. 1: Von den Anfängen bis zur Renaissance, Tübingen/Basel: Francke 1992 (UTB;1698).

Prill, Ulrich: Dante, Stuttgart/Weimar: Metzler 1999 (Sammlung Metzler; 318).